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Über die Herkunft des Familiennamen (Sammlung verschiedener Quellen und deren Inhalte)

 

Dr. A.F.C. Vilmar, Deutsches Namenbüchlein, 1898  (Seite 74, Zeile 14)

Himmel ist ein bekannter Familienname, seltener ist Welt mit seinem Kompositum Wunderwelt (mundus mirabilis) und noch seltener, nämlich nur noch in einigen Gegenden Deutschlands z.B. in Hessen, zu finden ist der uralte heidnische Name für Welt:

Mergard (merigato) des vom Meer umschlossene Festland.

 

Oskar Schwabe, Althochdeutsches Wörterbuch, 1872 bis 1882  (I. S. 603)

merigato ahd., mhd.: meregarte, mergarte, schw. M. das vom Meer umgebene     bewohnte und bebautes Land.

 

Von Hoffmann von Fallersleben 1834 entdeckt ( nach dem Inhalt -Beschreibung der Welt- betiteltes und herausgegebenes deutsches Bruchstück einer geistlichen Dichtung des 11. Jahrhundert).

Merigarto = vom Meer umflossener Garten, d.h. die Welt.

 

Sammlung Göschen, Althochdeutsche Literatur mit Grammatik, Übersetzung und Erläuterung von Prof. Th. Schauffler, G.J. Göschen`sche Verlagsbuchhandlung Leipzig und Berlin, 1917

(3. Aufl., Seite 140, Zeile 5 v.u.)

Merigarto. Diesen Titel hat Hoffmann von Fallersleben den in Prag aufgefundenen Bruchstücken eines geographischen Lehrgedichtes gegeben; Hdschr. des 11. bis 12 Jahrhundert.Das Wort kommt zuerst in einer rätselhaften Glosse vor ( I. 188, 12): in etherium merikerte = Horizont, im 12. Jahrhundert heißt es: Erdkreis. Die erhaltenen Stücke handeln von wundersamen Gewässern.

 

Matthias Lexers Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 21. überarbeitete Auflage, Verlag von S. Hirzel in Leipzig, 1936 (S. 138).

mergarte = die meerumschlossene Erdscheibe, das von Menschen bewohnte   Land, Erdkreis.

 

Karl Müllenhoff und Wilhelm Scherer, Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8. bis 12. Jahrhundert (3. Auflage, Berlin, 1892, XXXII. Oberdeutsch (bayrisch ?).

Berichte aus dem späteren Altertum, namentlich aus der Schrift des Isidor von Sevilla, die während des ganzen Mittelalters wiederholt wurden und denen wir etwa im Herzog Ernst wider begegnen, vermischten sich mit persönlichen Erinnerungen und phantastischen Erzählungen von Reisenden.

Merigarto.

 

Friedrich von der Leyen, Buch deutscher Dichtung, Erster Band: Frühes und hohes Mittelalter,

Insel-Verlag zu Leipzig   1939  (Seite 66)

Merigarto.

 

Förstmann, Altdeutsches Namenbuch, Bd. I, P. Hanstein Verlag Bonn,  1900  (S. 1099 ff)

Merigarda  (11. Jahrhundert).

 

Monumenta Germania confratermitatum ( Piper 1884)

I. 107  Merigrat

II. 431 Mergerat

 

Notizblatt zum Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen Jahrg. 1856  (S. 305)

Mergardis

 

Dr. Karl Schüller, Dr. August Lübben, Bd. 2+3, Aschendorf Münster

mere  adj. , altarabisch märi             = berühmt

gart, garde                                         = Gerte, Zweig

(berühmter Zweig ?)

 

Crecelius, W. collectae ad augendam nominum propiorum Saxomicorum et Frisiorum, seientiam specfantes I Index bonorum et reditum monasteriorum Werdinensis et Helinonstadensis, Elberfelde  1864   (S. 16)

Mergard

 

Millstätter Handschrift, um 1115, in Karajans Sprachdenkmäler

maeren meregarten  =  ein Wirt, der auf einem hohen Berg (schlecht zugänglich) wohnt.

(gefunden in: Deutsche National-Literatur, 2. Abt., 3. Bd., S. 88, Z. 18 - Die geistliche Dichtung des Mittelalters)