Die Geschichte der Familie Mergard  (aus Heiligenrode)

 

 

Einführung 

Der Name Mergard zählt mit zu den ältesten Namen in der Geschichte von Heiligenrode (heute Gemeinde Niestetal, Ortsteil Heiligenrode [direkt an der BAB A7 bei Kassel]).

Anno 1538 wird der Name „Mergard“ zum ersten Mal in einem Salbuch schriftlich aufgeführt. Der Rentschreiber des Landgrafen verbucht unter den Einnahmen unseres Dorfes, den Abgabenpflichtigen „Peter Mergartd“.

Im gleichen Jahr taucht der Peter Mergart auch in einer Zusammenstellung über die Erbzins zu Sensenstein auf.

1539 finden wir schon den nächsten Hinweis, in Form eines - so würden wir es heut bezeichnen - Steuernachweises auf.

Laut diesen Steuernachweis von 1539 hat Caspar Mergartt 1 Wiese, Peters Erben 3 Acker Land am "Osterholz", Peters Frau 2 Acker am "Fuchsacker" und 12 Acker am "Siegen".

Vier Jahre später (1543), so findet man niedergeschrieben, wird ein Peter Mergard für ein Feldzug gegen den Braunschweiger Herzog Heinrich gemustert.

Der Name Mergard hat in der vierhundertjährigen Seßhaftigkeit verschiedene Schreibweisen erlebt, wie z.B.:  Mergard,  Mirgart,  Mergardt oder auch Mergartt. Dieses liegt wohl daran das Namen von Mund zu Mund immer etwas anders ausgesprochen worden sind und demnach auch immer etwas unterschiedlich ausgeschrieben wurden. Man sagte auch:

"Den Schreibern wurden die Namen vorgesprochen und sie mussten die Schreibweise heraushören, in dem sie ihm aufs Maul schauten. So wie die Namen ausgesprochen wurden, so schrieben ihn die Schreiber auf."

Nach Einrichtung der Kirchenbücher, um 1634, finden wir den Namen Mergard sehr, sehr zahlreich vertreten. Wobei die Schreibweise in den Kirchenbüchern, immer bezogen auf die gleichen Personen, variierte.

Hierbei ist aber anzumerken das es in Deutschland aber auch zahlreichen Familien mit den Namen Mirgart und Mergardt gibt. Eine Übersicht der zuvor genannten Familien werde ich ebenfalls mit in die Unterlagen aufnehmen

Ich habe mich weiterhin bei meinen Aufzeichnungen nicht nur auf unsere direkten Vorfahren beschränkt, sondern auch auf einige allgemeine Daten von Personen die auch den Namen Mergard getragen haben. Denn alle Mergards in Heiligenrode haben, nach den bisherigen Forschungsergebnissen, einen gemeinsamen Ursprung. Auch die Familien aus anderen Städten und Ländern, mit denen ich bis jetzt Kontakt aufgenommen habe, sind nach tieferen Nachforschungen immer Abstammen von früheren in Kassel und Umland lebenden Mergards.

 

Mergards Weltweit

Die schon oben im Text genannten Caspar und Peter Mergard sind die ersten niedergeschriebenen. Danach finden wir Trina Mergard (um 1582) und schon 5 Jahre später stoßen wir auf Heinrich und Zizilia, Hironimus und Anna, sowie auf Hans (Johannes) den Schäfer und Alexander den Wirt, die auch noch im Anfang der Kirchenbücher zu finden sind.

Henrich, auch manchmal Heinrich genannt, und seine Frau Zizilia sind stolze Eltern zweier Kinder mit den Namen Maria und Conrad.

Conrad, mit seiner I.Frau Anna ...... und seiner II.Frau Catharina Wilke, sind eigentlich für die weitreichende Verstreuung des Familiennamens Mergard verantwortlich. Conrad zeugte mit Anna 11 Kinder und mit Catharina 7 Kinder, also zusammen 18 Kinder und war später stolzer Großvater von allein 36 Enkelkindern mit dem Nachnamen Mergard.

Australien

Der Zweig der heute in Australien lebenden Mergards gabelt sich schon bei, von den noch in Heiligenrode lebenden Familien mit gleiche Namen, Conrads Kindern ab. Caspar Mergard und seine Frau Maria S(c)hotte wanderten 1856 nach Australien aus. Nach der Überfahrt mit dem Schiff „John Caesar“ arbeiteten sie dort auf einer Farm als Schäfer.

 

Bremen

Die Familie des Karl Mergard aus Bremen hat ihren Ursprung, durch den Großvater der nach seiner Schuhmacherlehre in der Wilhelmshöher Allee nach Bremen zog, gleichfalls in der Region Kassel. In den Bremer Familien hält sich noch heute eine Familiensage, nachdem die Mergards eigentlich aus Nord- Frankreich stammen und in den Raum um Kassel übersiedelten. Ob ein Funken Wahrheit an dieser Sage ist, konnte bis heute leider noch nicht geklärt werden.

 

Leverkusen

Heinz Mergard (Germanist) aus Leverkusen stammt von Georg Mergard ab, der um 1800 in Kassel lebte und bei der Firma Henschel arbeitete. Noch heute befindet sich ein Buch aus der damaligen Zeit (um 1750) über die Herstellung von Sonnenuhren im Besitz der Familie. Mit Heinz Mergard werde ich weiterhin in Verbindung bleiben, den auch er ist sehr an der Geschichte der Familie interessiert.

 

Bad Driburg

Die Mergards aus Bad Driburg, wie z.B. Gerhard Mergard (Elektromeister) sind durch ihre Großeltern von Hessen aus in ihre neue Heimat gekommen. Auch dort war es der Beruf, als Glasmacher, der die Großeltern nach Bad Driburg brachte.

 

Kanada

Die in Kanada lebende Familie mit den Namen Mergard, ist wiederum Verwand (Cousine) mit Gerhard Mergard aus Bad Driburg.

 

USA / Frankreich

Ob die in USA und Frankreich lebenden Familien mit Namen Mergard auch alle den gleich Ursprung haben ist noch zu überprüfen. Da die vielen anderen Mergards in Deutschland jüngere Familien sind, kann davon ausgegangen werden das sie auch erst in den letzten Jahren / Jahrzehnten in ihre jetzige Region gezogen sind.

 

 

Bedeutung des Namens Mergard

Was aber bedeutet der Name "Mergard" eigentlich ?

Bedeutet der Name vielleicht soviel wie "mehr Garten" oder "Meergarten" ?

Anno 1863 schrieb "Hoffmann von Fallersleben[1]" das Casseler Namenbüchlein, der Inhalt des Buches beschrieb die Herkunft oder Bedeutung von in Kassel lebenden Bürgern. Dort im Buch, unter Kapitel 13 -Erde-, finden wir auch den Namen Mergard. Mergard wird dort gleichgestellt mit dem Namen Aue, Eysel, Gau und Gauland. Alle Namen stehen für landschaftliche Begriffe wie: Wiese, wasserumflossenes Land, feuchter Grund, bearbeitetes gutes Land.

Weitere Quellen, die auf die Herkunft des Namen Mergard schließen, befinden Sie hier auf der Seite "Über die Herkunft des Familiennamen"

Ob der Name wirklich von diesen Begriffen abstammt, konnte ich bis heute noch nicht herausfinden. Aber ich hoffe auch dieses Rätsel kann ich noch aufklären.

 Die Familiengeschichte sowie der Stammbaum sind auch noch lange nicht vollständig, denn immer wieder tauchen neue Fakten und Informationen auf, die mir weiterhelfen den Stammbaum zu erweitern. Aber einst steht schon heute fest, es ist unmöglich alle Mergards grafisch in einem Stammbaum zu erfassen, da es allein vom Papier die Größe einer Plakatwand sein müsste. Ich habe deshalb von jeder Familie, von Beginn der Kirchenbücher (1634) bis ca. 1910 Karteikarten im Besitz in denen man schnell feststellen kann „Wer von Wem abstammt“.


[1] Eine Kopie der betreffenden Seiten aus dem "Casseler Namenbüchlein" befinden sich in meinem Besitz  (Kopie aus Stadtarchiv Kassel).