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Zur Schafzucht im 16. Jahrhundert

 

Mehr als heute bedeutete die Schafzucht im 16. Jahrhundert im bäuerlichen Haushalt; Wolle, Fell und Leder und das Fleisch waren Grundlage der Ernährung und der Kleidung.

1538 besaß der hiesige Bauer Weissenstein eine Schafherde von " 12 stigen, 3 Schafe ( 1 Stige oder Steige = 20 Stück), der Peter Mergard 184 Schafe.

Huten und Triften, das unbebaute Land, wurden von diesen Schafherden beweidet. Da aber dem Landgrafen das Recht zustand auf diesen Ländereien seine eigenen Schafherden weiden zu lassen, mußten die Schafhalter an den Landgrafen Triftgeld zahlen.

Jeder Schäfer oder Pferchhalter hatte dem Landgrafen jährlich ein Schaf und in der Woche zu Walpurgis ein Lamm abzugeben. 

 

 

Das Rauchhuhn als Steuerabgabe

 

Nach dem unvollständigen Kataster zum Lage-, Stück- und Steuerbuch gibt der Bauer Johannes Mergard sen. je ein Rauchhuhn von dem bewohnten Haus seines Hufensitz und dem seines Erbgutes.

Die beiden Töchter des George Paul, die als Mägde dienen, brauchen weil sie "ein baufälliges halbes einzeln Hauß an der Kichmauer haben", - in den "Balken" - nur ein ½ Rauchhuhn zu geben ...... .

Woher stammt dieser Brauch, zur Fastnacht von jedem bewohnten Hause ein Huhn abzugeben?

Der Brauch stammt noch aus der Zeit als die Bauern noch Hörige, Leibeigene des Grundherrn - des Landesfürsten, eines Adeligen oder eines Klosters - waren. (Eine allzu große Bedeutung hat in Hessen die Leibeigenschaft nicht gehabt. Schon im 16. Jahrhundert gab es in den meisten landgräflichen Ämtern keine Leibeigenen mehr, und in Heiligenrode ist in Urkunden und Akten nie die Rede von Leibeigenschaft.)

Und der Brauch besagte einfach: Stieg Rauch aus dem Schornstein, war auch das Rauchhuhn (als Steuerabgabe) fällig.